Erklärstück
ICE 1, ICE 3 und ICE L: So unterscheiden sich die Zugaufbauten
Der ICE 1 verbindet Triebköpfe und Mittelwagen, der ICE 3 verteilt den Antrieb auf mehrere Wagen. Beim ICE L bilden eine Lokomotive, 17 Wagen und ein niedriger Einstieg das Konzept.
ICE 1: Zwei Triebköpfe und Mittelwagen
Der ICE 1 verbindet zwei Triebköpfe mit Mittelwagen. So liegt die Zugkraft in den beiden angetriebenen Fahrzeugen, während die Wagen dazwischen den Zugverband bilden. Die DB vergleicht die nicht modernisierte Ausführung mit zwölf Mittelwagen und zwei Triebköpfen mit der seit 2020 modernisierten Variante: Sie hat neun Mittelwagen, weiterhin zwei Triebköpfe. Die beschriebene Änderung betrifft also die Zahl der Wagen im Zug. Das unterscheidet das Grundprinzip von einem Zug, bei dem Antrieb über mehrere Wagen verteilt ist. Die beiden DB-Angaben beschreiben konkrete Varianten des ICE 1; die kleinere Wagenzahl ist keine Aussage über alle Züge, die ICE heißen.
ICE 3: Antrieb in mehreren Wagen
Beim ICE 3 ist die Antriebsaufteilung anders: Laut DB sind bei acht Wagen keine Triebköpfe vorhanden; der Antrieb ist stattdessen auf mehrere Wagen verteilt. Das macht den ICE 3 zum Triebzug: Die angetriebenen Teile sind in den Wagenverband integriert. Die DB nennt als Folge, dass der Zug Steigungen von 40 Promille bewältigen kann. Anschaulich entspricht das 40 Metern Höhenunterschied je Kilometer Strecke. Außerdem ist der ICE 3 kuppelbar, also mit einem zweiten Zug verbindbar. Verteilte Antriebe und Kuppelbarkeit sind Eigenschaften dieses ICE-Konzepts und erklären, weshalb sein Aufbau anders aussieht als beim ICE 1.
ICE L: Lokomotive, Wagen und niedriger Einstieg
Der ICE L folgt einem dritten Schema: Vor seinen 17 Wagen steht eine Mehrsystemlokomotive. Auf nicht elektrifizierten Teilstrecken soll er von Zweikraft-Lokomotiven gezogen werden. Der Name weist auf zwei Betriebsarten der Lokomotive hin. Direktverbindungen in touristische Regionen und internationale Strecken sind als Einsätze vorgesehen, also als Planung zu verstehen. Das „L“ steht für „Low Floor“: Der niedrige Wagenboden ermöglicht einen stufenlosen Einstieg. Die DB nennt Einzelradfahrwerke als Grundlage dafür und sagt, sie seien leichter als herkömmliche Drehgestelle. Damit verknüpft sie Fahrwerkswahl und niedrigen Einstieg; außerdem nennt sie geringeres Gewicht und weniger Energieverbrauch als Wirkung. So gehören Wagenboden und Einstieg beim ICE L zum Zugkonzept.
Quellen und Einordnung
- Deutsche Bahn · abgerufen am 2026-10-03
- Deutsche Bahn · abgerufen am 2026-10-03
- Deutsche Bahn · abgerufen am 2026-10-03