BlitzbuchenRatgeberRechner

Rollstuhltransfer vorab planen: Fahrzeug, Rampe und Sicherung

09.10.2026

Klären Sie den Unterstützungsbedarf schon bei der Buchung und lassen Sie Fahrzeug, Einstieg und Sicherung konkret bestätigen.

Vor der Buchung: nicht nur „barrierefrei“ angeben

Sagen Sie ausdrücklich, ob die Person während der Fahrt im Rollstuhl sitzen bleibt oder auf einen Fahrzeugsitz umsteigen kann, und welche Hilfe beim Ein- und Aussteigen benötigt wird. Die britische Verkehrsministeriums-Leitlinie empfiehlt, den Unterstützungsbedarf bei vorbestellten Fahrten bereits bei der Buchung zu erfragen. Das ist eine praktische Orientierung, keine Aussage über die Rechtslage in Deutschland ([Leitlinie des Department for Transport](https://www.gov.uk/government/publications/access-to-taxis-and-private-hire-vehicles-for-disabled-users/access-to-taxis-and-private-hire-vehicles--2)). Fragen Sie nach einer Bestätigung für das konkrete Fahrzeug und nicht nur nach einer allgemein verfügbaren Fahrzeugklasse. Notieren Sie vor dem Anruf, welche Angaben zum Rollstuhl Sie sicher kennen und wobei noch Rücksprache nötig ist. Je genauer Sie die Situation schildern, desto einfacher kann der Anbieter eine passende Fahrzeugausführung zuordnen.

Maße und Gewicht des Rollstuhls nennen

Geben Sie Breite, Länge und Höhe Ihres Rollstuhls durch, möglichst in der Transportkonfiguration und einschließlich Fußstützen oder Kopfstützen. Nennen Sie auch das Gewicht, sofern bekannt. Zum Größenvergleich führt die Stadt York für ihre zugelassenen Fahrzeuge einen Referenzrollstuhl mit 700 mm Breite, 1.200 mm Länge und 1.350 mm Höhe auf. Zugleich weist sie darauf hin, dass manche Fahrzeuge größere oder schwerere Rollstühle aufnehmen können – das ist jedoch keine Garantie für jedes Fahrzeug oder einen bestimmten Transfer ([Fahrzeugliste der Stadt York](https://www.york.gov.uk/taxi-private-hire-vehicles/wheelchair-accessible-vehicles)). Lassen Sie sich die Eignung des vorgesehenen Modells deshalb ausdrücklich bestätigen. Bei einem Elektrorollstuhl können zusätzliche Anbauten oder eine ungewöhnliche Form entscheidend sein; beschreiben Sie diese im Zweifel mit und nennen Sie Hersteller und Modell, falls verfügbar.

Rampe und tatsächlichen Einstieg absprechen

Fragen Sie, ob der Einstieg über eine Rampe oder einen Lift erfolgt und ob die Lösung für Maße und Gewicht des Rollstuhls ausgelegt ist. Die britische Leitlinie nennt als Beispiel, vorab zu erklären, wie die Rampe verwendet wird. Bitten Sie den Anbieter um eine konkrete Beschreibung: Einstieg hinten oder seitlich, benötigte Rangierfläche und Halteposition. Teilen Sie Besonderheiten wie Gefälle, Bordstein oder eine enge Zufahrt am Abholort mit. So lassen sich Fahrzeug und Ladepunkt gemeinsam planen, statt erst bei Ankunft festzustellen, dass die Rampe nicht sinnvoll ausgelegt werden kann. Fragen Sie außerdem, ob die Rampe beim Abholpunkt vollständig ausgelegt werden kann oder ob ein anderer Halteplatz nötig wäre.

Sicherung für Rollstuhl und Person bestätigen

Wenn die Person während der Fahrt im Rollstuhl bleibt, klären Sie zwei getrennte Punkte: Gibt es im Fahrzeug einen geeigneten Rollstuhlstellplatz und Rückhaltesysteme für Rollstuhl sowie Person? § 35a StVZO sieht diese Ausstattung in entsprechenden Pkw vor; die Systeme sind nach den jeweiligen Herstellervorgaben zu verwenden ([§ 35a StVZO](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__35a.html)). Fragen Sie, ob das konkrete Fahrzeug einen solchen Platz aufweist und ob die Sicherung zur vorgesehenen Nutzung des Rollstuhls passt. Falls ein Umsteigen auf einen Sitz geplant ist, vereinbaren Sie separat, wie der Rollstuhl während der Fahrt verstaut wird. Halten Sie die Antwort schriftlich fest; wenn Fahrzeug oder Rollstuhl vor der Fahrt wechseln, bitten Sie erneut um Bestätigung. Eine klare Rückfrage ersetzt keine fachliche Einweisung, verhindert aber Missverständnisse über die gebuchte Leistung.

Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz
  2. Department for Transport (UK)
  3. City of York Council