Reisekrankheit im Bus: Sitzplatzwahl und ärztliche Beratung vor der Abfahrt
09.10.2026
Wer Medikamente gegen Reisekrankheit erwägt, sollte die Entscheidung vor der Abfahrt mit einer medizinischen Fachperson besprechen.
Warum der Blick aufs Handy den Bus nicht verschwinden lässt
Reisekrankheit ist kein Zeichen dafür, dass man sich anstellt. Im Bus ist der Körper in Bewegung, aber beim Lesen oder Scrollen bleibt das betrachtete Display relativ ruhig. MedlinePlus beschreibt genau diesen möglichen Gegensatz: Beim Blick aufs Smartphone können die Augen auf etwas Stillstehendes gerichtet sein, während das Innenohr Bewegung registriert ([MedlinePlus](https://medlineplus.gov/motionsickness.html)). Der Bildschirm gibt dem Blick damit keine Orientierung über die Fahrbewegung. Wer weiß, dass ihm auf kurvigen Strecken übel wird, kann schon bei der Reiseplanung eine bildschirmfreie Beschäftigung mitnehmen und muss nicht erst warten, bis die ersten Beschwerden auftreten. Das ist eine praktische Vorbereitung, keine Garantie, dass Übelkeit ausbleibt.
Sitzplatz: vorn anfangen, Ausblick mitdenken
Wenn die Platzwahl noch offen ist, kann ein Sitzplatz im vorderen Busbereich ein sinnvoller erster Versuch sein: Die CDC nennt das Sitzen vorn im Auto oder Bus als mögliche Gegenmaßnahme ([CDC: Motion Sickness](https://wwwnc.cdc.gov/travel/page/motion-sickness)). Für die Buchung heißt das nicht, dass jede vordere Reihe für jede Person ideal ist. Prüfen Sie auch, ob von dort ein ruhiger Blick nach draußen möglich ist. Die CDC nennt außerdem den Blick zum Horizont als Maßnahme ohne Medikamente. Deshalb kann ein Platz, von dem aus man nach vorn oder in die Ferne sieht, im Alltag hilfreicher sein als eine vermeintlich perfekte Reihe ohne Ausblick. Ist vorne nichts verfügbar, muss man die Fahrt nicht automatisch absagen: Ein guter Blickpunkt und der Verzicht aufs Handy sind ebenfalls planbare Schritte. Eigene Bedürfnisse wie Begleitung oder leichter Ein- und Ausstieg können bei der Platzwahl wichtiger sein als eine mögliche Linderung.
Während der Fahrt: einen festen Blickpunkt wählen
Der NHS empfiehlt, geradeaus auf einen festen Punkt zu schauen und während der Fahrt nicht zu lesen oder elektronische Geräte zu benutzen ([NHS: Motion sickness](https://www.nhs.uk/conditions/motion-sickness/)). Übertragen auf den Bus heißt das: Buch und Smartphone vor dem Losfahren verstauen, statt sie bei jeder ruhigen Passage wieder hervorzuholen. Wenn ein weiter Ausblick durch die Sitzreihe versperrt ist, kann man den Blick auf einen anderen festen Punkt in Fahrtrichtung richten, statt nahe vorbeiziehende Dinge zu verfolgen. Wer mit Kindern reist, kann eine Audio-Geschichte, ein Gespräch oder Musik vorbereiten; so gibt es eine Alternative zu Film und Spiel auf dem Display. Die Empfehlungen sind einfache Verhaltensversuche. Ob sie im Einzelfall reichen, hängt davon ab, wie stark die Beschwerden sind und welche Sitz- und Sichtmöglichkeiten die konkrete Fahrt bietet.
Medikamente rechtzeitig und individuell besprechen
Wer trotz Verhaltensmaßnahmen regelmäßig Beschwerden hat oder eine lange Busfahrt plant, kann vor der Abfahrt in der Apotheke nach einem geeigneten Mittel fragen. Der NHS verweist bei der Auswahl für Erwachsene und Kinder auf die Beratung durch Apothekerinnen und Apotheker ([NHS: Motion sickness](https://www.nhs.uk/conditions/motion-sickness/)). Eine ärztliche Rücksprache ist ebenfalls sinnvoll, wenn Vorerkrankungen, eine Schwangerschaft oder bereits eingenommene Arzneimittel die Entscheidung komplizierter machen; das ist besonders wichtig, wenn es nicht um eine gelegentliche leichte Übelkeit geht. Präparat, Zeitpunkt und Dosierung sollten nicht aus allgemeinen Reisetipps abgeleitet werden, sondern sich nach der individuellen Beratung und den Angaben des jeweiligen Mittels richten. Für Kinder bitte keine Erwachsenendosis übernehmen. Der Artikel ersetzt keine persönliche medizinische Beratung.