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Landstrom am Campingplatz: Anschluss, Kabel und zulässige Belastung prüfen

09.10.2026

Vor dem Einstecken zählen drei Dinge: passender CEE-Anschluss, robuste und ausreichend dimensionierte Leitung sowie die Absicherung des Stellplatzes. Mit einer einfachen Leistungsrechnung lässt sich abschätzen, welche Geräte gleichzeitig laufen können.

Erst Anschluss und Leistungsgrenze klären

Landstrom ist die externe 230-Volt-Versorgung des Wohnwagens oder Wohnmobils. Je nach Bordelektrik speist sie die 230-Volt-Steckdosen und kann zugleich die Aufbaubatterie laden. An Campingplätzen ist der übliche Anschluss die blaue, dreipolige CEE-Ausführung mit 230 V und 16 A. Das beschreibt die maximale Auslegung des Steckers – nicht zwingend die Leistung, die Ihr Stellplatz tatsächlich bereitstellt. VDE FNN erinnert daran, dass Camping-Stecker auf höchstens 16 A beziehungsweise 3,7 kW ausgelegt sind. Fragen Sie deshalb am Platz nach der Stellplatz-Absicherung, bevor Sie Verbraucher planen. Als grobe Orientierung gilt bei 230 V: Leistung in Watt ≈ Spannung × Stromstärke. Bei einer Absicherung von 6 A ergeben sich rechnerisch etwa 1.380 W, bei 10 A etwa 2.300 W und bei 16 A etwa 3.680 W. Das sind Rechenwerte, keine Zusage für jeden Platz; maßgeblich sind dessen Sicherung und die Angaben Ihrer Geräte. Ein Wasserkocher mit 2.000 W würde an einem mit 6 A abgesicherten Anschluss rechnerisch fast die gesamte verfügbare Leistung beanspruchen. Läuft zusätzlich eine elektrische Heizung oder ein anderes leistungsstarkes Gerät, kann die Sicherung auslösen. Wärmeerzeuger daher nicht gedankenlos parallel einschalten.

Das passende CEE-Kabel erkennen

Prüfen Sie die Aufschrift auf dem Kabelmantel: Für die Camping-Zuleitung nennt der Deutsche Camping-Club eine flexible Leitung H07RN-F oder besser, mindestens 2,5 mm² Leiterquerschnitt und maximal 25 m Länge. H07RN-F bezeichnet eine schwere Gummischlauchleitung, die für den robusten Camping-Einsatz gedacht ist. Achten Sie auf die vollständige Kennzeichnung, etwa H07RN-F 3G2,5, sowie auf einen blauen CEE-Stecker und eine passende CEE-Kupplung. Bei Unsicherheit sind die Betriebsanleitung des Fahrzeugs und die Vorgaben des Campingplatzes maßgeblich. Die Länge ist nicht nur Komfortfrage: Liegt die Stromsäule weiter entfernt, improvisieren Sie nicht mit mehreren Verlängerungen. Der DCC-Hinweis untersagt das Hintereinanderschalten von Kabeln. Auch eine Leitung, die zwar in die Steckdose passt, aber Bauart, Querschnitt oder Länge nicht erfüllt, ist kein geeigneter Ersatz.

Außeneinsatz, Zustand und Verbindung

Die Verbindung steht oft im Freien und ist Wetter sowie mechanischer Beanspruchung ausgesetzt. Verwenden Sie daher eine für außen geeignete Steckvorrichtung; Brennenstuhl nennt IP44 als Standard für den Camping-Außeneinsatz und beschreibt den Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Prüfen Sie Kabel und Stecker vor dem Anschluss auf sichtbare Risse, Quetschungen, verbogene Kontakte oder lockeren Sitz. Eine beschädigte Leitung gehört nicht an die Stromsäule. Führen Sie das Kabel so, dass es weder zur Stolperfalle wird noch von Fahrzeugen überrollt werden kann. Falls der Anschluss am Platz nicht zu Ihrem Fahrzeugkabel passt, fragen Sie das Personal nach einer zulässigen Lösung, statt mehrere Adapter zu kombinieren. Die DCC-Information rät von Adaptern ab; die konkrete Ausstattung und Anschlussregel des Platzes sollte im Zweifel den Ausschlag geben.

Vor dem Einschalten Geräte zusammenrechnen

Machen Sie vor dem Einstecken eine kurze Lastliste: Welche Geräte laufen tatsächlich gleichzeitig, und welche Leistungsaufnahme steht jeweils auf dem Typenschild? Addieren Sie diese Wattangaben als Näherung und vergleichen Sie die Summe mit der vom Platz bestätigten Anschlussleistung. Beispiel: Ein Kühlschrank, Ladegerät und Wasserkocher können sich zeitlich überschneiden; der Wasserkocher allein kann bei kleiner Absicherung bereits den Spielraum aufbrauchen. Schalten Sie leistungsstarke Verbraucher nacheinander, wenn das Platzlimit knapp ist. Die CEE-Buchse kann auf 16 A ausgelegt sein, obwohl die Platzversorgung niedriger abgesichert ist. Umgekehrt verändert ein 16-A-Anschluss nicht, was Fahrzeug, Kabel und angeschlossene Geräte vertragen. Bei wiederholtem Auslösen oder ungewöhnlicher Erwärmung: Verbraucher ausschalten, Verbindung trennen und Platzpersonal hinzuziehen. Veränderungen an der Fahrzeugelektrik oder Reparaturen an der Zuleitung gehören in fachkundige Hände.

Quellen

  1. Deutscher Camping-Club e.V., Landesverband Brandenburg
  2. Brennenstuhl
  3. VDE FNN