Bordkosten einer Kreuzfahrt: Trinkgeld, Internet und Zusatzrestaurants prüfen
09.10.2026
Wer die Bordkosten realistisch einschätzen will, prüft nicht nur den Reisepreis, sondern auch Tarifumfang, Internetzugang und Restaurantaufschläge. Die Beispiele von Mein Schiff und Royal Caribbean zeigen, warum die Regeln je nach Leistung und Buchungsweg unterschiedlich sein können.
Nicht nur auf den Reisepreis schauen
Der ausgewiesene Kreuzfahrtpreis beantwortet nicht automatisch, welche Extras später auf der Bordrechnung landen. Prüfen Sie vor der Buchung drei getrennte Fragen: Ist ein Trinkgeld bereits enthalten? Bedeutet WLAN an Bord auch Internetzugang? Und kostet ein Restaurantbesuch zusätzlich, selbst wenn ein Teil des Essens im Tarif enthalten ist? Die Antwort ist nicht für alle Reedereien gleich. TUI Cruises führt Trinkgelder bei einer dargestellten Mein-Schiff-Reise als inklusive auf. Für Restaurants beschreibt die Reederei zugleich ein gemischtes Modell: Viele Speisen und Getränke sind im Reisepreis enthalten, bei exklusiven Spezialitätenrestaurants fällt aber ein Aufpreis an. Das sind konkrete tarif- und angebotsbezogene Beispiele, keine allgemeingültige Regel für jede Kreuzfahrt.
Trinkgeld: Tarif und Buchungsweg kontrollieren
Suchen Sie in den Reiseunterlagen nach Formulierungen wie „Trinkgelder inbegriffen“ und prüfen Sie, auf welche Reise und Leistung sich diese Aussage bezieht. Ein Beispiel auf der Mein-Schiff-Seite nennt Trinkgelder als Inklusivleistung. Das lässt sich nicht ungeprüft auf eine andere Reederei oder ein anderes Angebot übertragen. Auch derselbe Zusatzservice kann je nach Buchungsweg anders abgerechnet werden. Royal Caribbean gibt an, dass Trinkgelder bei Dining-Paketen enthalten sind, wenn diese über My Royal Cruise gekauft werden. Für Dining-Pakete, die an Bord gekauft werden, nennt der Anbieter hingegen einen zusätzlichen Trinkgeldaufschlag von 18 Prozent auf den Kaufpreis. Kontrollieren Sie deshalb nicht nur den Paketnamen, sondern auch, ob der Preis aus dem Vorverkauf oder vom Kauf an Bord stammt und ob die Bedingungen das Trinkgeld bereits einschließen.
Bordinternet: WLAN ist nicht gleich online sein
Ein verbundenes Smartphone zeigt nicht zwingend, dass Sie freies Internet haben. Bei Mein Schiff ist das Bordnetz kostenlos, aber es dient laut Anbieter zunächst dem Zugriff auf den Meine-Reisen-Bereich und die App; Internetzugang ist damit nicht automatisch verbunden. Wer surfen, Nachrichten außerhalb der Bordfunktionen versenden oder Fotos hochladen möchte, sollte daher den tatsächlichen Tarif prüfen. Mein Schiff verweist für die verfügbaren Internettarife auf den persönlichen Reisebereich vor und während der Reise. Prüfen Sie dort die auf Ihrer konkreten Fahrt angebotenen Optionen und den Preis, statt einen pauschalen Betrag aus einer anderen Route oder einem älteren Angebot zu übernehmen. Wenn Sie Internet nicht durchgehend brauchen, vergleichen Sie den jeweiligen Tarifumfang mit Ihrer geplanten Nutzung und achten Sie auf die Bedingungen zur Aktivierung oder Verwaltung.
Zusatzrestaurants: Was genau ist im Preis enthalten?
„Spezialitätenrestaurant“ ist keine einheitliche Abrechnungskategorie. Bei Mein Schiff sind viele Speisen und Getränke im Reisepreis enthalten; bei den exklusiven Spezialitätenrestaurants kommt laut Reederei ein Aufpreis hinzu. Royal Caribbean erklärt für Dining-Pakete ausdrücklich, dass Getränke nicht enthalten sind. Ein Paketpreis ist also nicht unbedingt der Endbetrag für einen Abend. Erstellen Sie für jeden geplanten Besuch eine kleine Kostenzeile: Paket oder Eintrittspreis, Getränke, etwaige Trinkgeldregel und mögliche Zusatzbestellungen. Royal Caribbean erlaubt den Paketkauf vor der Reise über My Royal Cruise oder die App und auch an Bord; für die Vorabplanung empfiehlt das Unternehmen den Kauf im Voraus, weil die Verfügbarkeit begrenzt ist. Vor einer Buchung lohnt es sich daher, den konkreten Speiseumfang, Getränkeausschlüsse und Stornobedingungen des eigenen Angebots zu lesen.
Ein einfaches Bordkosten-Budget aufstellen
Für einen nachvollziehbaren Vergleich reicht eine Tabelle mit den Spalten „enthalten“, „geplant“ und „möglicher Aufpreis“. Tragen Sie zunächst die bestätigten Inklusivleistungen ein. Ergänzen Sie dann für jede Person und jeden Reisetag, ob Internet gebraucht wird und wie oft Sie ein kostenpflichtiges Restaurant besuchen möchten. Bei Paketen kalkulieren Sie nur Leistungen ein, die tatsächlich enthalten sind; bei Royal Caribbean sind Getränke beispielsweise ausdrücklich ausgenommen. Beispiel ohne erfundene Anbieterpreise: Ein Paar plant auf einer einwöchigen Reise zwei Spezialitätenrestaurant-Besuche und Internet an Seetagen. Statt eine vermeintlich typische Summe anzunehmen, multipliziert es den auf der eigenen Buchungsseite ausgewiesenen Preis pro Person mit der tatsächlichen Zahl der Nutzenden oder Besuche. Anschließend prüft es, ob Trinkgeld bereits enthalten ist oder – wie bei einem an Bord gekauften Royal-Caribbean-Dining-Paket – zusätzlich anfällt. So bleibt der Vergleich konkret, ohne Preise oder Bedingungen anderer Fahrten zu übertragen. Die maßgeblichen Angaben können sich nach Schiff, Route, Tarif und Buchung ändern. Speichern Sie deshalb den Stand der persönlichen Buchungsansicht und gleichen Sie ihn vor Abreise mit dem Bordportal ab. Die offiziellen Seiten verweisen für Tarife und Pakete auf reisebezogene Angebote; eine Beispielregel ersetzt nicht die Bedingungen Ihrer konkreten Kreuzfahrt.