Erklärstück
Im Stellwerk: Anzeigen, Eingaben und Zugfunk
Im beschriebenen ESTW Hamburg-Harburg zeigen mehrere Ansichten Bahnhof, Gleise, Fahrplan und anfahrende Züge. Maus und Dateieingabetastatur übernehmen unterschiedliche Bedienaufgaben; Zugfunk, Wechselsprechanlage und Bücher ergänzen die Fahrwegsteuerung durch Kommunikation und Dokumentation.
Anzeigen für Bahnhof, Gleise und Anfahrt
Im beschriebenen elektronischen Stellwerk in Hamburg-Harburg zeigen Bereichsübersichten den aufgeschalteten Bahnhof. Dort überwachen Zugverkehrssteuernde den Verkehr und stellen Ein- und Ausfahrten ein. Die Lupenansicht vergrößert einen ausgewählten Teil der Übersicht, damit Weichen und Gleise im Detail sichtbar sind; in dieser Ansicht lassen sich Weichen umstellen und Gleise oder Weichen sperren. Für Züge außerhalb des Bahnhofs gibt es den Streckenspiegel: Er zeigt, welche Züge herannahen, und dient der Disposition. Die Bahnhofsgrafik ergänzt diese räumlichen Ansichten um den digitalen Fahrplan. Dort sind Ziele und Verspätungen der Züge erkennbar.
Bedienelemente und Kommunikationswege
Die Maus ist das Hauptbedienelement im elektronischen Stellwerk. Mit ihr stellen Zugverkehrssteuernde Fahrstraßen ein, bedienen Weichen und Signale und sperren Gleise oder Weichen. Die Dateieingabetastatur dient ebenfalls zum Einstellen von Fahrstraßen und Weichen sowie zum Sperren von Gleisen. Sie wird zum Beispiel für Eingaben in der Kommunikationsanzeige genutzt und kann bei einem Ausfall der Maus als Rückfallebene dienen. Für Gespräche mit Lokführerinnen und Lokführern dient das GSM-R-Telefon; Gespräche über dieses Netz werden separat aufgezeichnet. Die Wechselsprechanlage verbindet den Arbeitsplatz mit Rangierenden und Weichenwärtern. Daneben gibt es eine Festnetztelefonanlage, auf die laut Beschreibung im Notfall bei Ausfall des Zugfunks zurückgegriffen wird.
Bücher und Dokumentation beim Schichtwechsel
Die Einträge in den beiden Büchern unterscheiden sich nach ihrem betrieblichen Bezug. Im Zugmeldebuch stehen Zugmeldungen und Streckensperrungen für Abschnitte zwischen Bahnhöfen. Das Fernsprechbuch hält dagegen Weichen- und Gleissperrungen am Bahnhof fest; Kolleginnen und Kollegen können diese beim Schichtwechsel direkt einsehen. Daneben dokumentiert die Kommunikationsanzeige Sperrungen und Störungen. Über sie werden außerdem Monitore aufgeschaltet sowie An- und Abmeldungen beim Schichtwechsel vorgenommen. Die Ausstattung ist ein Beispiel: Der Arbeitsplatz lässt sich an eigene Bedürfnisse anpassen, und nicht jedes Stellwerk hat sechs bis zehn Monitore oder spezielle digitale Systeme. Auf einem mechanischen Stellwerk werden Weichen und Signale weiterhin mit Hebeln, Druckknöpfen und Schaltern bedient.
Quellen und Einordnung
- Deutsche Bahn · abgerufen am 2026-10-07